Gefahren in der Winter- und Weihnachtszeit ❄️🎄

 

 

Die Weihnachtszeit ist für viele die schönste Zeit im Jahr. Der erste Schnee fällt. Nach einer Schneewanderung kann man sich zuhause warm einkuscheln, Duftkerzen brennen, die  Schokoladen-Pralinen stehen auf dem Tisch und der Weihnachtsstern schmückt wie jedes Jahr den Raum mit seinen roten Blättern. Die Familie findet sich zusammen und es gibt ein großes Festessen.

 

Doch welche Gefahren verbergen sich in diesem Szenario für einen Hund?

 

Schnee / Frost ⛄️

 

Viele Hunde lieben Schnee. Sie rennen durch die weiße Landschaft, wälzen sich glücklich und fressen ihn in Massen. Genau genommen verbergen sich hier gleich mehrere Gefahren. Dass Streusalz nicht das Beste für die Hundepfoten ist, haben wir in den letzten Jahren wahrscheinlich oft genug gehört. Falls du mit deinem Hund über gestreute Wege gehen musst, wasche die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab und creme abends ab und zu mit einer Salbe ein.

Ein Rezept für einen Pfotenbalsam bekommst du übrigens in unserem Adventskalender auf Instagram und Facebook.

Doch auch auf dem Feld oder im Wald solltest du etwas aufpassen. Da der Boden gefroren ist, ist er natürlich steinhart. Die Krallen deines Hundes sollten relativ kurz geschnitten sein, um Verletzungen zu vermeiden.

 

Außerdem ist das übermäßige Schnee fressen oft ein Problem, denn es verursacht nicht selten eine Gastritis oder auch Magenschleimhautentzündung. Das ist äußerst schmerzhaft und benötigt eine Zeit um auszuheilen. Solltest du feststellen, dass dein Hund viel Schnee frisst, versuche ihn mit ein paar Spielen umzulenken.

 

 

Duftkerzen 👃

 

Ich kann an keinem Kerzenregal vorbei gehen, an dem es so herrlich nach Orange, Apfel, Beeren und Zimt riecht, ohne mir eine Kerze kaufen zu müssen. Ich weiß, dass es vielen gleich geht, deshalb möchte ich direkt eine Entwarnung geben: Du musst nicht komplett auf Duftkerzen etc. verzichten.

Wieso ist das überhaupt ein Problem?

Die Nase unserer Hunde ist ihr wichtigstes und bestes Organ. Derzeit werden sogar Hunde zu „Corona-Spürhunden“ ausgebildet. Was ihre Nase tagtäglich leistet ist für uns kaum vorstellbar.

Wird nun dieses Organ über Stunden synthetischen Duftstoffen ausgesetzt, wovon schon ein Mensch Kopfschmerzen bekommt, ist das für den Hund natürlich auch nicht angenehmer.

Deshalb: Lass die Kerze nicht zu lange brennen und lüfte ab und an.

Übrigens: Wenn du naturreine ätherische Öle verwendest, ist das sowohl für dich als auch für deinen Hund gesünder. Diese ätherischen Öle machen wir uns sogar oftmals zunutze, so zum Beispiel bei der Konditionierten Entspannung. Ätherische Öle sollten für Hunde immer stark verdünnt und niemals direkt aufs Fell aufgetragen werden, da der Hund zum einen immer die Möglichkeit bekommen sollte, dem Geruch zu entgehen und zum anderen die ätherischen Öle durch das Ablecken des Fells aufgenommen werden würden. 

 

 

Schokolade und andere Süßigkeiten 🍫

 

Dass Schokolade für Hunde gefährlich werden könnte, dürfte auch den Meisten bekannt sein. Doch weißt du eigentlich, weshalb das so ist?

Das in der Schokolade enthaltene Theobromin ist eine koffeinähnliche Substanz und kann vom Hundekörper nicht bzw. nur sehr langsam wieder abgebaut werden. Hat der Hund eine größere Menge Schokolade gefressen, zeigen sich schnell Vergiftungssymptome wie Erbrechen, Durchfall, Zittern, starkes Hecheln sowie eine erhöhte Herzfrequenz.

Wie viel, ist zu viel? Hier kommt es auf den Kakaoanteil in der Schokolade an, denn darin befindet sich das Theobromin. Demnach enthält Zartbitterschokolade mehr Theobromin als Milchschokolade.

Welche Menge genau für deinen Hund gefährlich werden würde kann niemand vorhersagen. Am besten ist es darauf zu achten, dass der Hund nicht an Schokolade herankommen kann.

 

Ein besonderes Anliegen ist mir auch, zu erwähnen, dass der Süßstoff Xylit, der neuerdings gerne zum Backen verwendet wird, für Hunde äußerst gefährlich werden kann – und das schon ab geringen Mengen. (0,1 g pro Kilo Körpergewicht) Meine Empfehlung ist es, in einem Hundehaushalt auf Xylit(produkte) zu verzichten. 

 

Am Weihnachtsabend sitzt die ganze Familie zusammen, isst eine Weihnachtsgans und trinkt Rotwein und Eierlikör. Der Hund bekommt natürlich etwas vom Festtagsessen ab. Gegen ein paar Stücke vom Knödel mit einem Hauch Soße und etwas Fleisch ist nichts einzuwenden, im Gegenteil, aber achte bitte darauf, dass es keine Knochen sind, die du ihm gibst. Allzu oft höre ich es noch, dass der Hund die Knochenreste erhält. Beim Kauen splittert der Knochen und der Hund kann sich im Maul-, und Rachenraum verletzen.

 

Und zu guter Letzt: Eierlikör 🥃 Weniger an Weihnachten, dafür umso mehr zu Silvester, lesen wir wieder, dass den Hunden ein Gläschen Eierlikör verabreicht wird. Es soll ihm helfen, ruhiger durch die laute Nacht zu kommen. Leider können wir aber nicht mit Sicherheit sagen, wie der Hund unter dem Einfluss von Alkohol seine Umwelt wahrnimmt. Ist er wirklich ruhiger oder lediglich sediert?  Der Verzehr von Alkohol führt zu Kontrollverlust für den Hund. Dies könnte seine Angst im schlimmsten Fall nur noch verstärken. Auch haben wir keinerlei Informationen über eine genaue Dosierung. Der Körper des Hundes kann Alkohol viel schlechter abbauen, wie der des Menschen.

 

 

Pflanzen 🎄

 

Zur Weihnachtszeit sieht man häufig Pflanzen wie den Weihnachtsstern oder die Amaryllis. Aber auch Christrosen, Hyazinthen, Alpenveilchen und Orchideen sind hochgiftig für Hunde und auch Katzen. Achte darauf, dass lose Blätter, die auf den Boden gefallen sind, entfernt werden. Gerade bei Welpen sollten diese Pflanzen nicht einfach in Reichweite stehen. Der Verzehr dieser Pflanzen ist tödlich.

 

Auch der Weihnachtsbaum selbst ist nicht ganz ungefährlich. Speziell bei Welpen oder Junghunden ist es sinnvoll keine Glaskugeln zu verwenden, sondern welche aus Plastik.

Bei der Lichterkette, achte darauf, dass der Welpe das Kabel nicht anknabbern kann und warte mit dem Platzieren der Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ab, sonst hat nachher vielleicht das ein oder andere Kind (k)eine schöne Bescherung, wenn der Welpe die Pakete zerfetzt, hat.

Dass brennende Kerzen, besonders am Adventskranz NIEMALS unbeaufsichtigt sein dürfen, ergibt sich sicherlich von selbst.

 

©Stefie Höflich/2021

 

 

Besuche, Feierlichkeiten, Feste 🧑‍🎄

 

Natürlich feiern wir alle, gerade in den Weihnachtsfeiertagen, meist mehrfach mit Verwandten und Freunden.

 

Im Prinzip gelten hierbei die selben Trainingsansätze, wie wir so schon im vorherigen "Silvester" Newsletter besprochen haben. 

Wenn ihr zu Besuch fahrt, vergesst bitte nicht eure konditionierte Entspannungsdecke. Wenn nötig kann der konditionierte Entspannungsduft auf einem Tüchlein mitgenommen werden und selbst die Entspannungsmusik könnt ihr quasi "to go" mitnehmen. Spielt sie doch einfach über euer Smartphone ab. Ich denke nicht, dass die leise Musik aus dem am Boden beim Hund liegenden Smartphone das Fest stört (es genügt ja sehr sehr leise).

Letzteres würde ich zu Hause auch 2-3mal so einüben.

 

Wenn ihr Besuch bekommt, sorgt dafür, dass euer Hund genügend Abstand und Ruhe bekommen kann.

Bei soviel Trubel ist die Impulskontrolle-Flasche sehr schnell leer.

Sehr hilfreich sind hier Kindergitter, mit dem der Hund angrenzend auf seinem Entspannungsplatz (mit dem ein oder anderen Kauartikel/Kong) zwar in der Nähe sein darf, aber halt nicht andauernd mittendrin. Auch das muss natürlich vorher geübt und trainiert werden.

 

Achtet auf euren Vierbeiner. Schnell wird dann doch ein Gast oder anwesende Kinder "übergriffig", streicheln deinen Hund von vorne/oben, spielen lustige kleine Spielchen, bekleiden deinen Hund mit Weihnachtsmützchen, usw. usw. DU bist verantwortlich, dass dein Hund eben nicht derlei erdulden muss und auch für ihn das Weihnachtsfest fein und nicht ein Horrorfest wird.

 

Ich rate an den Feiertagen generell zur Gabe von L-Theanine, (Sun-Theanine, Dr. Best) wie im Silvesterartikel beschrieben.

 

Ein Wort noch zu Weihnachtsmärkten ❌

Hunde haben dort nichts zu suchen!

Überlegt mal, wie so ein Gang aus Hundesicht aussieht: Unmengen von lauten, teils betrunkenen, grölenden Menschen, entsetzlich viele Gerüche, meist eine Menge Müll, Essensreste, Zigaretten, Scherben auf dem Boden. Lasst eure Hunde bitte zu Hause.

 

 

In diesem Sinne wünschen wir euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten, gesunden und friedvollen Rutsch ins neue Jahr!

 

 Eure Heike und Stefie