Hund - Allein zu Haus

 

Zunächst möchte ich einen kleinen Ausflug in die Entwicklungsgeschichte unserer Haushunde machen.

 

Aus dem Wildtier Wolf wurde irgendwann der Haushund.

Wölfe sind Rudeltiere, das heißt, sie gehen eine enge Bindung mit ihrem Rudel

(Rudel = miteinander verwandte Tiergruppe) ein.

 

Wir haben es nun über Jahrtausende geschafft, dass die nun entstandenen Hunde sich nicht mehr zu ihren Artgenossen hingezogen fühlen, ja sie ignorieren, um dafür zu einer anderen Art, den Menschen, eine enge Bindung aufzubauen.

Das ist schon ziemlich toll und sucht in der Natur seinesgleichen.

 

Was genau bedeutet Bindung in diesem Fall?

Oftmals werden hier die arg strapazierten Begriffe Bindung und Beziehung wild durcheinandergeworfen.

 

Bindung bedeutet zuerst mal in eine Beziehung gehen.

Beziehungen (regelmäßiger Sozialkontakt) hat ein Hund zu allen Menschen und/oder Artgenossen, mit denen er kommunizieren kann.

Hieraus entwickelt sich Bindung (gute oder weniger gute), meist zur Hauptbezugsperson.

Diese gibt dem Hund Sicherheit, Rückhalt, Schutz und Bedürfnisbefriedigung.

 

Und nun erwarten wir, dass unsere so „geformten“ Hunde verstehen, dass sie vom Bindungspartner alleine gelassen werden?

Dass ihr Schutz, ihre Sicherheit und ja auch die Befriedigung ihrer Bedürfnisse unterbrochen, wenn nicht für immer beendet wird? Kognitiv kann ein Hund nicht verstehen, dass der Mensch immer wieder zurückkommt.

 

Du merkst schon, es ist nicht so einfach für unsere Hunde und eine Gewöhnung ans regelmäßige Alleinbleiben klappt so in den aller seltensten Fällen.

Gewöhnung, Habituation, an Etwas, kann nur funktionieren, wenn keine negativen Emotionen im Hintergrund sind.

Waren deine Alleinbleibübungen zu schnell, zu lang, ist „das Kind bereits in den Brunnen gefallen“ und dein Hund hat mehr oder weniger starke Probleme, wird er sich aufgrund der jetzt vorhandenen negativen Gefühle nicht mehr daran gewöhnen können. Meist wird das mit der Zeit sogar schlimmer und schlimmer (Sensitivierung).

 

 

Wie erkennst du, dass dein Hund Trennungsstress hat?

 

Diese Frage ist gar nicht so einfach pauschal zu beantworten, denn dieser Stress äußert sich vielfältig und individuell.

 

Nicht jeder Hund jault, bellt oder zerstört die Einrichtung, bzw. er hat im Laufe der Zeit gelernt, dass all dieses verzweifelte Zurückrufen seiner Bindungspartner nicht zum Erfolg führt und ist oft völlig erschöpft.

 

Oftmals leiden die Hunde still, liegen vermeintlich ruhig (vielleicht Richtung Haustüre?) und freuen sich wie Bolle (drehen beinahe durch?), wenn der Mensch heimkommt.

Das bedeutet aber leider nicht, dass dieser immense Stress nicht Stunde um Stunde andauert und damit auch die Stresshormonausschüttung.

 

Viele Hunde können sich von all diesen Stresshormonen nicht erholen und so entwickeln sich Artgenossenaggressionen, intensives Jagdverhalten, Angstverhalten und vieles mehr, dessen Ursprung nur im Alleinbleibstress zu suchen ist.

Denn, wie wir wissen, verbraucht Stress super viel Impulskontrolle und wenn diese aufgebraucht ist, ist angemessenes Reagieren auf selbst allereinfachste Alltagssituationen nicht mehr möglich.

 

Zu allem Überfluss aktivieren diese Stresshormone auch noch das Schmerzzentrum.

Der Hund leidet also so richtig!

 

Und nun?

 

Wie wir oben schon gelernt haben, funktionieren die Tipps wie „im Minutentakt daran gewöhnen“, „erst zurückkommen, wenn der Hund nicht mehr bellt oder jault“, er muss nur ignoriert werden, oder in eine Box sperren und warten, bis er aufhört zu jaulen/bellen, usw. nicht! 

Im Gegenteil!

Gleiches gilt für „der Hund darf dir nicht überall hin folgen“ oder noch schlimmer, „möglichst nicht im Schlafzimmerbereich schlafen lassen“. Das wäre für ein hochsoziales Tier echte Quälerei!

 

Wir üben stattdessen über einen Wohlfühlplatz kleinschrittig mit diversen Entspannungstechniken und konditionierten Signalen, die es dem Hund ermöglichen ohne deine Anwesenheit stressfrei bleiben zu können.

 

Mit meinem 3-Monats-Paket „Der Weg zum entspannten Alleinebleiben“ zeige ich dir, wie dein Hund lernen kann, dass er auch ohne deine Anwesenheit entspannt sein kann.

 

Natürlich kannst du auch zu jedem Trainer aus dem IBH e.V. gehen.